Quelle: Lisa S. / shutterstock.com

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Zeitintensive Betreuung bei Diabetes.

Das Ehepaar Schmitz* wohnt in einer kleinen Mietwohnung in Bickenbach, bei Seeheim-Jugenheim. Beide sind etwas über 60 Jahre alt und werden aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation von einem gesetzlichen Betreuer vertreten. Dies meint die staatliche Fürsorge von Menschen und deren Vermögen, wenn diese aufgrund von Krankheit oder Behinderung ihre Angelegenheiten nicht selbst regeln können
(Betreuungsgesetz, §§ 1896 ff. BGB, Recht der Vormundschaft und Pflegschaft für Volljährige). Davon sind rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland betroffen.

Der gesetzliche Betreuer kümmert sich zum Beispiel um die finanziellen Angelegenheiten, die Bezahlung aller Kosten und die Verwaltung des Vermögens. Er stellt alle nötigen Anträge (z.B. Sozialhilfe) und teilt dem Betroffenen einen monatlichen Bargeldbetrag zu. In Bezug auf die Gesundheitsfürsorge entscheidet er über operative Eingriffe, Medikamentengabe oder die pflegerische Versorgung zu Hause. Der gesetzliche Betreuer entscheidet auch über eventuell nötige Umbauten, wie eine rollstuhlgerechte Duschkabine. Er trägt dafür Sorge, dass die Betroffenen ein möglichst angenehmes Umfeld haben, also dass die Wohnung barrierefrei eingerichtet und sauber ist, die Menschen selbst gepflegt sind und immer genügend Lebensmittel vorhanden sind.
Dafür kann er einen Dienstleister wie Therapon24 beauftragen.

Herr Adam*, der gesetzliche Betreuer des Ehepaares kannte Therapon24 – Care Services für Familien, Senioren und Menschen mit Behinderung bereits von früheren Einsätzen und hatte gute Erfahrungen mit dem Dienstleister gemacht. Als er im Mai 2008 mit der Betreuung von Frau und Herrn Schmitz beauftragt wurde, vereinbarte er mit dem Pflegedienstleiter von Therapon24 ein Kennenlern-Treffen vor Ort. Seit dem übernimmt der Dienstleister die Pflege des Ehepaares wie auch Tätigkeiten im Haushalt. Die Finanzierung läuft zum Teil privat und zum Teil über das Sozialamt.

Helga Schmitz* hat seit ihrem sechzehnten Lebensjahr Diabetes. Vor circa vier Jahren wurde ihr rechtes Bein aufgrund des diabetischen Fußsyndroms bis zum Knie amputiert. Seit dem kann sie nicht mehr laufen und sitzt im Rollstuhl. Ihr Mann ist seit einigen Jahren an Demenz erkrankt und kann sie daher körperlich nicht unterstützen.

Dreimal täglich bekommt Frau Schmitz eine Insulinspritze. Dies wird im Rahmen der ambulanten Versorgung von einer examinierten Pflegefachkraft ausgeführt. Zusätzlich erhält die Diabetikerin an fünf Tagen pro Woche eine grundpflegerische Versorgung von 30 bis 40 Minuten. Die körperbehinderte Frau kann die schmale Öffnung der Duschkabine nicht passieren. Ein Umbau ist bereits in Planung. Bis dahin erfolgt das Waschen im Sitzen mittels einer mit Wasser gefüllten Schüssel. Pflegehelferin Maria* hilft ihr beim Ausziehen. Mit einem Waschlappen und Seife werden zuerst Oberkörper und Arme, dann im Liegen der Intimbereich und die Beine gesäubert. Maria: „Der Stumpf des rechten Beines ist ganz gut verheilt. Frau Schmitz kann ihn selbstständig bewegen und anheben. Das hilft schon beim Waschen, sodass ich möglichst rückenschonend arbeiten kann. Zudem kann ich durch die waagerechte Position die Haut unter den Falten besser reinigen. Vor allem unter der Brust und am unteren Bauch hatte Frau Schmitz früher wunde Stellen. Durch eine regelmäßige und gründliche Reinigung und das Auftragen einer entzündungshemmenden Salbe sind die Rötungen jetzt abgeklungen. Im Sommer, als sie viel geschwitzt hat, war vor allem das Einpudern und Auflegen von Kompressen hilfreich, weil diese die Feuchtigkeit aufnehmen.“

An zwei Tagen pro Woche für jeweils drei Stunden übernimmt Maria auch Tätigkeiten im Haushalt wie Küche und Bad putzen, Schränke abwischen, Betten beziehen, Fenster putzen oder den Boden wischen. Einmal im Monat erledigt sie auch den Groß-Einkauf. Da Pflegehelferin Maria das Ehepaar bereits seit Jahren fast täglich sieht, hat sich ein vertrauter und freundschaftlicher Umgang eingestellt. Frau Schmitz: „Ich verstehe mich wirklich gut mit Maria. Wenn sie zur Tür herein tritt, hat sie gute Laune. Sie begrüßt mich ganz herzlich und hat auch immer etwas Zeit zum Plaudern. Besonders die gemeinsamen Spaziergänge genieße ich sehr. Alleine kann ich ja die Wohnung nicht mehr verlassen. Und wenn mein Mann wegen seiner Demenz mal wieder etwas ruppig ist, dann maßregelt sie ihn und nimmt mich in Schutz. Maria ist nicht nur physisch eine große Hilfe, sie ist auch eine seelische Stütze für mich geworden.“

*Namen geändert