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Schulbegleitung – Was macht eine Teilhabeassistenz (THA)?

Wie alle anderen Kinder am Schulalltag teilnehmen? Für viele Kinder ist das durch ihre Beeinträchtigung nicht möglich. Eine Schulbegleitung ermöglicht diesen Kindern jedoch die Teilnahme am Schulalltag. Und wie das aussieht, wollen wir euch erklären:

„Für einen sozialen Beruf wird man geboren“, sagt Daniela Dittmann, Teamleitung für die Abteilung THA Koordination. Ihre Abteilung hat den Schwerpunkt Schulbegleitung. Ihr Team begleitet beeinträchtigte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von der ersten Klasse bis hin zum Studium. „Wir wollen das Thema Inklusion, und den Grundgedanken ein Freund an der Seite des Menschen zu sein, voranbringen“

Wann Kinder eine Begleitung benötigen

Kinder haben das Recht auf eine Schulbegleitung, wenn ihre Teilhabe an Bildung, oder generell am Schulalltag länger als sechs Monate gefährdet ist. Sei es durch eine körperliche oder eine sozial-emotionale Beeinträchtigung. Im ersten Schritt stellt der Kinderarzt oder ein SPZ fest, dass ein Kind hilfebedürftig ist. Daraufhin stellen die Eltern einen Antrag auf Schulbegleitung beim Amt. Die Träger schauen dann, was sie der jeweiligen Familie anbieten können. Die Eltern kostet das Beauftragen einer Schulbegleitung in der Regel nichts, da die Kosten von den Ämtern getragen werden.

Was macht eine Schulbegleitung?

„Ich helfe dem Kind dabei sich zu konzentrieren. Wenn es in Gedanken ist, hole ich es wieder zurück. Ich helfe dabei den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden, ich ermögliche dem Kind eine Teilnahme am Unterricht“, erklärt Tina Glady. Sie begleitet vor allem Kinder mit Autismus durch ihren Schulalltag. Der Tagesablauf einer Schulbegleitung hängt stark davon ab, welches Kind mit welcher Beeinträchtigung begleitet wird. Kind und Begleitung treffen sich meistens vor Ort in den Schulen. Die einen sitzen über die gesamte Dauer des Unterrichts neben dem Kind, und begleiten auch deren Pausen. Andere kommen bis zu 15 Stunden die Woche mit in den Unterricht, wenn das Kind keine dauerhafte Unterstützung braucht. „Akzeptieren an seine Grenze zu kommen“. Eine ganz typische Aufgabe ist das Kommunizieren mit dem Kind, ohne den Unterricht zu stören. Die Vermittlerposition zwischen Lehrer und Kind, und den Mitschülern und dem Kind sein. Eine Begleitung unterstützt das Kind beispielsweise beim an- und ausziehen, beim Bereitlegen der Schulmaterialen oder beim Strukturieren des Schulalltags. „Wir bekommen alles mit, wir sind mittendrin.“ Erklärt Glady. „Die anderen Kinder akzeptieren das ganz gut. Sie werden von Anfang an eingeweiht.“

Wir bilden keine Musterschüler aus

„So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, sagt Dittmann. Die Kinder sollen mit den Ressourcen die sie haben gestärkt und zur Selbstständigkeit angeleitet werden. Aus den Kindern kann und soll kein perfekt funktionierender Roboter gemacht werden. Die Schulbegleiter*innen sind keine Lehrkräfte, die aus den Kindern ein Musterschüler zaubern. Es geht nur darum, dessen Problematiken auszugleichen. Von der Vermittlung der schulischen Inhalte sehen sie ab, dafür gibt es die Lehrkräfte. In diesem Spannungsfeld kommt es auch manchmal zu Konflikten. Manche Eltern sind mit der Beeinträchtigung ihres Kindes überfordert und haben gewisse Erwartungen. So ist es auch bei Lehrkräften, die sich mit einer zweiten Erwachsenen Person in der Klasse unwohl fühlen. Oder diejenigen, die die Schulbegleitung als zweite Lehrkraft sehen. Da muss die Schulbegleitung auch ein gewisses Standing haben, um diesem Konfliktfeld stand zu halten.

Partnerbörse

„Bevor wir eine Hilfe starten, lernen wir erstmal die Familie kennen. Dann gucken wir, was für ein Mitarbeiter passt, ich nenne es immer Partnerbörse“, erzählt Dittmann. Die Mitarbeiter*innen und das Kind lernen sich in einem Treffen vor Schulstart kennen. Der erste Eindruck kann oft trügen. Hat das erste Treffen gut funktioniert, heißt das nicht, dass es auch in der Schule gut läuft, oder andersrum. Ein guter Indikator ist aber immer die Grundchemie, und die Kommunikationsfähigkeit. „Wir sieben kein Kind aus, wir gucken bei jedem individuell nach seinen Stärken und Schwächen.“ Für jeden soll eine Teilhabe an der Gesellschaft möglich sein. Für Dittmann und Glady ist klar, dass das ein Punkt ist, über den scheinbar weiterhin diskutiert werden muss. Es gibt zwar Schulen, die in der Hinsicht sehr engagiert sind, aber es gibt auch Schulen, wo Therapon24 als Vorreiter eine neue Tür für beeinträchtigte Kinder in Klassenzimmern öffnet oder öffnen muss.

Bunt, sinnvoll und fordernd

Als Koordinatorin ist Frau Dittmann für die Vermittlung von Schulbegleiter*innen und der dazugehörigen Bürokratie verantwortlich. Im Hinblick auf ein Schuljahr ist es wichtig zu schauen, dass jedes Kind die benötigte Begleitung bekommt, dass alle Bewilligungen und Kostenzusicherungen der Ämter da sind. Gerade während der Corona Pandemie ist das Team rund um Frau Dittmann mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Welches Kind geht überhaupt zur Schule? Wo findet Wechselunterricht statt? Welche Kinder bekommen häusliche Unterstützung? Dennoch beschreiben sowohl Frau Glady als auch Frau Dittmann ihren Beruf als bunt, fordernd und sinnvoll. „Die Kinder lehren uns auch viel, wir haben das einfache Miteinander, das Leichte im Alltag vergessen.“ Beschreibt Glady. „Es gibt einen Sinn hinter dem, was man tut. Dieses Facettenreichtum, man weiß nie genau, was man bekommt.“ so Dittmann.

Schulbegleitung bei Therapon24

Ein pädagogisches Studium ist nicht zwingend erforderlich. Bei Therapon24 melden sich auch viele Mütter, die Erfahrungen durch ihre eigenen Kinder haben, und so den Einstieg in den Beruf finden. Pauschal lässt sich sagen, umso mehr jemand mitbringt, desto vielfältiger sind die Angebote die Therapon24 bieten kann. „Das wichtigste ist wirklich die Kommunikation und die Empathie, und den Rest kann man lernen“, sagt Dittmann schmunzelnd.